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Unfälle und Verletzungen auf dem Meer. Wie sind sie effektiv zu bewältigen? Erste- Hilfe-Leistung

Wie kann man Unfälle an Bord bewältigen? Welche Verletzungen und Unfälle drohen auf dem Meer? Welche Spezifika hat die Erste Hilfe auf einer Yacht?

Ein Segelurlaub ist immer ein einzigartiges Erlebnis. Wie kann man aber auch die wenig angenehmen Angelegenheiten lösen und auf welche Weise ist die Erste Hilfe zu leisten?


Erste Hilfe muss oftmals der Kapitän selbst leisten, der Hafen und medizinische Hilfe sind meist zu entfernt. Daher ist es vorteilhaft gut vorbereitet zu sein. In dem ersten Teil unserer Serie haben wir uns verschiedenen Krankheiten und ihrer Behandlung gewidmet. Heute konzentrieren wir uns auf die Unfälle und Verletzungen.


Wir haben für Sie Tipps und Tricks vorbereitet, wie man unangenehme Situationen effektiv lösen kann, was einzuhalten gilt. Und wir sind davon überzeugt, dass Sie die Erste Hilfe auf einer Yacht nachher besser bewältigen können.


Erste Hilfe muss oftmals der Kapitän selbst leisten. Es ist daher vorteilhaft, auf solche Situationen vorbereitet zu seinErste Hilfe muss oftmals der Kapitän selbst leisten. Es ist daher vorteilhaft, auf solche Situationen vorbereitet zu sein 

Welchen Unfällen können wir auf dem Meer am häufigsten begegnen und wie sie zu behandeln sind?

Unfälle durch Meereslebewesen verursacht

Zu den meisten Verletzungen kommt es aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis. Ein bisschen beruhigend kann der Fakt wirken, dass kein Meereslebewesen den Menschen für seine natürliche Beute hält. Deshalb greift es ihn auch nicht an, es sei denn, es fühlt sich bedroht, oder wir berühren es.

 

Zu den häufigsten Unfällen gehört ein „Zusammentreffen“ mit Seeigel. Zum Glück gehört dies zu den wenig ernsthaften. Wie man auf solche Weise entstandene Wunden behandelt und welche weitere Fallen auf uns noch im Meer lauern?


Hautverbrennungen und Verletzungen

Diese Verletzungsart können durch Stachel verschiedener Tierarten oder Tentakel von Quallen verursacht werden. Die letztgenannten tragen scharfe zierliche Stachel und Nesselzellen (auch Nematozyten genannt), die das Gift absondern. Ernsthaftere Verletzungen, die schon einen ärztlichen Eingriff erfordern und Dauerfolgen bringen können, hat Kontakt mit Rotfeuerfisch, Großen Roten Drachenkopf oder Steinfisch zu Folge.  

 

In mehr exotischen Destinationen sind auch die giftigsten Quallenarten oder Kegelschnecken zu finden. Folgen einer solchen Begegnung können langanhaltend oder auch fatal sein.


Bei einer Verbrennung von Quallen heißt es weitere Verbreitung des Toxins zu verhindernBei einer Verbrennung von Quallen heißt es weitere Verbreitung des Toxins zu verhindern 
  • Symptome

Nach einem Kontakt erscheinen Jucken, intensives Brennen, Kribbeln, manchmal auch Schmerz, Ausschlag oder Schwellung. Dazu können weitere Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit oder Benommenheit kommen. Bei einem Kontakt mit den giftigsten Arten kann auch sehr ernsthafte Reaktion bis Paralyse des zentralen Nervensystems entstehen – sehr starke Schmerzen, Atmungs-, Schluckprobleme, Atemstillstand und Bewusstlosigkeit.

 

  • Erste Hilfe bei Verbrennungen oder Verletzungen durch Stachel

Es ist sehr wichtig, der weiteren Verbreitung der Toxine zu verhindern, die auf dem Körper haften geblieben sind. Wir können sie mechanisch entfernen (mit einer Rasierklinge oder Kante der Kreditkarte). Die Körperteile des Tiers (Fangarme, Stachel u.a.) versuchen wir mit einer Pinzette zu entfernen. Betroffene Körperteile spülen wir mit Meereswasser oder mit Alkohollösung ab.

 

Die Toxine, das eigene Gift besteht aus Eiweißstoffen und diese gelten möglichst schnell zu zerstören, denaturieren, damit sie aufhören die betroffene Stelle zu vergiften. Heißspülung so heiß, wie der Betroffene ertragt (Vorsicht, dass Sie ihn nicht verbrühen!), Sauerspülung (z. B. mit Essig) oder Erwärmen mit einem Haartrockner kann behilflich sein. Verabreichen kann man auch Schmerzmittel, Antihistaminika. Gegebenenfalls lokale Behandlung mit Fenistil Gel oder mit Desinfektion ist auch eine Möglichkeit.

 

Vorsicht aber bei Süßwasser! Falls Sie Süßwasser verwenden, kann zu einer anderen Absonderung der Toxine kommen.

 

Im Falle einer ernsthaften und heftigen Reaktion, möglich auch mit Atemstillstand, ist es natürlich nötig eine Herz-Lungen-Wiederbelegung einzuführen und den Betroffenen schnellstens zum Arzt transportieren.

Die häufigste Ursache der Verletzungen stellen Seeigel dar

  • Vorbeugung

Unerwünschte Kontakte können mithilfe eines dünnen Neoprenanzugs, eines Lycra-T-Shirts oder eines Schnorchelanzugs vorgebeugt werden. Die beste Prävention ist es, keine Lebewesen im Meer anzufassen und sie in ihrer natürlichen Umgebung mit einem sicheren Abstand zu bewundern.

 

Auch erhöhte Aufmerksamkeit lohnt sich. Einige giftige Lebewesen sind unter anderem auch Meister in Tarnung und haben eine hervorragende Fähigkeit mit der Umgebung zu verschmelzen. Ein Steinfisch sieht genauso aus wie ein Felsen, auf dem er ruht. Nicht grundlos heißt er auch Steinfisch.


Ein Steinfisch ist imstande, mit seiner Umgebung perfekt zu verschmelzenEin Steinfisch ist imstande, mit seiner Umgebung perfekt zu verschmelzen 

Bisswunden von Fischen oder Meereslebewesen

Wie schon erwähnt wurde, kein Lebewesen greift uns ohne Grund ein. Aber einen Barrakuda - oder Muränenbiss können wir verdienen, wenn wir das Territorium dieser Fische stören oder probieren das Tier zu provozieren, fassen es an, ziehen wir es o. ä.

 

  • Erste Hilfe bei Bisswunden von Fisch

Bei dieser Verletzungsart gehen wir auf herkömmliche Weise vor – Reinigen, Desinfizieren, Verdecken.

Kleinere Unfälle und Verletzungen

Unfälle beim Schnorcheln (Einziehung des Trommelfells oder Trommelfellriss u.ä.)

Beim Schnorcheln oder Tauchen zu ausgeworfenem Anker kann zur Einziehung oder Beschädigung des Trommelfells kommen, falls der Druck nicht rechtzeitig ausgeglichen wird. Bei einem Trommelfellriss kann zu Schwindelgefühlen oder auch zu Erbrechen kommen, was unter Wasser eine gefährliche Situation darstellt. Solche Formen der Beschädigung kann ständige Phantomgeräusche oder sogar Gehörverlust zu Folge haben.

 

  • Vorbeugung

Den Druck gleichen Sie immer rechtzeitig aus und vermeiden Sie dabei jeden Schmerz. Die häufigste und einfachste Methode ist das Valsalva-Manöver (bei verschlossenem Mund und zugehaltener Nase leicht ausatmen probieren). Häufig reicht auch bloßes Schlucken oder Bewegung mit dem Unterkiefer von Seite zu Seite völlig aus.


Beim Schnorcheln gleichen Sie den Druck rechtzeitig ausBeim Schnorcheln gleichen Sie den Druck rechtzeitig aus 

Kleinere Verletzungen, Abschürfungen, Wunden

Auf einem Boot fehlt es nie an verschiedenen kleinen Verletzungen. Auch hier heißt es, das dauerhafte Eintauchen ins Salzwasser und weitere mechanische Beschädigung zu vermeiden. Es ist leicht zu sagen, die Praxis bringt aber Komplikationen. Eine Wunde im Kontakt mit Salzwasser heilt nämlich schwieriger und es kann zu einer Entzündung oder „Verkapselung“ kommen.

 

  • Erste Hilfe bei einer kleinen Verletzung

Es ist ratsam die betroffene Stelle zu desinfizieren (Betadine, Jodtinktur, Wasserstoffperoxid), gegebenenfalls auch mit einem Verband oder Pflaster abzudecken. Angebracht sind auch Präparate, die einen wasserdichten Film auf der Wunde bilden.


Kleinere Verletzungen sind zu desinfizierenKleinere Verletzungen sind zu desinfizieren 

Schwere Unfälle

Kopfunfall

Kopfverletzungen gehören zu ernsthaften Unfällen und erfordern gewöhnlich ärztliche Hilfe. Wie erkennen wir sie?

 

  • Symptome

Bei einer Hirnerschütterung treten Verwirrung, Gedächtnisverlust, Übelkeit bis Erbrechen, kurze Bewusstlosigkeit und Kopfschmerzen auf. Bei schwereren Verletzungen kommen noch Schläfrigkeit bis Bewusstlosigkeit dazu. Bei einem Schädelbruch kann auch die Cerebrospinalflüssigkeit aus dem Ohr oder aus der Nase herauslaufen.

 

  • Erste Hilfe bei einer Kopfverletzung

Im Falle einer Kopfverletzung bleibt den Rettern nicht viel übrig. Von großer Bedeutung ist eine möglichst rasche fachliche Hilfe. Bei einer leichteren Hirnerschütterung hilft die halbsitzende Lagerung im Schatten oder im Dämmerlicht, gegebenenfalls auch Verabreichung von Schmerztabletten. Bei ernsthafteren Unfällen applizieren Sie stabile Seitenlage. Bei Kopfverletzungen kann auch zu Beschädigungen der Halswirbelsäule kommen, gehen Sie daher sehr vorsichtig vor.


Bei schwereren Kopfunfällen ist fachliche Hilfe wichtigBei schwereren Kopfunfällen ist fachliche Hilfe wichtig 

Sprünge ins Wasser und Wirbelsäulenverletzung

Stolpern an Bord, harter Anprall oder unvorsichtige Sprünge ins Wasser können zu ernsthaften Wirbelsäulenverletzung führen, wobei bei Verletzung der ersten fünf Wirbeln kann zum Atemstillstand kommen.

 

  • Erste Hilfe bei Wirbelsäulenverletzung

Falls Sie Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung haben, ist es am besten mit dem Verletzten nicht zu manipulieren und Hilfe abzuwarten. Falls es nötig ist mit dem Verletzten zu bewegen, führen Sie das sehr vorsichtig durch und mit mehreren Hilfeleistenden. Der Verletzte muss auf einer festen Unterlage liegen und ausreichend stabilisiert sein. Sie müssen ihn auch vor der Hitze oder Kälte schützen (es kommt zu großen Wärmeverlusten).

 

Falls der Patient nicht atmet, beginnen Sie mit der Wiederbelebung des am Rücken liegenden Verletzten. In solchem Fall müssen wir die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen bevorzugen.


Bei einem unvorsichtigen Sprung ins Wasser kann zu einer Verletzung kommenBei einem unvorsichtigen Sprung ins Wasser kann zu einer Verletzung kommen 

Knochenbrüche

Mit einem Knochenbruch oder einer Verrenkung können verschiede Stürze oder Verrutschen enden. Neben einer klassischen Fraktur können auch offene oder komplizierte Frakturen z. B. des Kiefers oder des Beckens entstehen.

 

  • Symptome

Einen Knochenbruch können Schmerzen, blaue Flecken, deutliche Veränderungen der Form von betroffenen Gliedmaßen, Knacken oder unnatürliche Beweglichkeit begleiten. Komplizierte oder offene Frakturen können Blutgefäßverletzungen und Blutungen in Folge haben. Sehr ernsthaft ist dabei der Beckenbruch, wo auch zu einem massiven Blutverlust kommen kann.

 

  • Erste Hilfe bei einer Fraktur

Priorität ist hier immer eine vollkommene Fixierung der beschädigten Gliedmaße, wobei es immer nötig ist, ein Gelenk oberhalb und ein Gelenk unterhalb der Verletzung zu fixieren. Bei einem offenen Bruch ist auch die Wunde zu behandeln und zu desinfizieren. Dem Verletzten helfen wir, eine möglichst bequeme Position zu finden. Weiter verabreichen wir Schmerzmittel, gegebenenfalls kühlen wir die Gliedmaße ab.


Bei einem Knochenbruch sind immer zwei benachbarten Gelenke zu fixierenBei einem Knochenbruch sind immer zwei benachbarten Gelenke zu fixieren 

Blutung

Bei einer Blutung ist es von geringer Wichtigkeit, ob es sich um eine venöse oder arterielle Blutung handelt. Unsere Priorität ist es sie zu stoppen. Wie macht man das am besten?

 

  • Erste Hilfe bei Blutung

  1. Finger in die Wunde. Das ist die grundlegende und schnellste Technik der Blutungsstillung. Es ist ideal, wenn der Verletzte seine Wunde selbst halten kann und der Hilfeleistende beide Hände zur weiteren Hilfe frei hat.
  2. Druckverband gilt als ideal platziert direkt auf die Wunde. Wie bereitet man ein solcher Druckverband? Als Grund nutzen wir einen ganzen zusammengerollten Verband und platzieren ihn direkt auf die Wunde. Einen weiteren Verband wickeln wir um den ersten aus allen Seiten um. Es ist wichtig Druck zu bilden (den kann man durch das Überkreuzen auf der Stelle des ersten Verbands erhöhen). Falls das Blut immer durchdringt, legen wir eine weitere Verbandschicht an. Bei Durchblutung des Verbands nehmen Sie die niedrigste Schicht nicht ab, diese sollte immer auf der Wunde bleiben, damit sie sich nicht erneut öffnet. Eventuell kann man die Abdeckung ergänzen und die Wunde erneut verbinden.
  3. Tourniquet. Falls das Blut zwei Schichten des Druckverbandes durchdringt, ist ein Tourniquet angebracht. Es handelt sich aber wirklich um Extremlösung! Das Abbinden von einer Gliedmaße verwendet man nur bei devastierenden Verletzungen, sonst ist solcher Fortgang langfristig nicht möglich, weil sonst Verlust des abgebundenen Teils droht.
  4. Bei einer massiven Blutung wählen wir die Autotransfusionslage (mit aufgehobenen Gliedmaßen). Den betroffenen Körperteil heben wir möglichst hoch auf, so wird der Druck darin gesenkt.
Este Hilfe bei einer Blutung stellt der Druckverband darEste Hilfe bei einer Blutung stellt der Druckverband dar 

Ertrinken

In Situationen dieser Art ist es am wichtigsten auf die Sicherheit des Retters zu achten. Der Ertrinkende ist imstande eine riesige Kraft zu entwickeln und so kann er den Retter unter Wasser ziehen. Es klingt zwar grausam, aber falls der Ertrinkende im Schock und aktiv ist, ist es worteilhaft, in einer sicheren Entfernung bleiben und abwarten.

 

  • Erste Hilfe

Einen passiven Ertrinkenden ziehen Sie ans Ufer oder an Bord und falls er nicht atmet (bzw. nicht normal atmet), fangen Sie mit der Reanimation an. Bei einem Ertrinkendem ist es angebracht, die Wiederbelebung mit 5 Einatmungen zu starten. Jeden Ertrinkenden, auch den, der sich schon in Ordnung fühlt, ist es notwendig weiter zu beobachten.

 

Es kann nämlich zu einem sogenannten sekundären Ertrinken kommen. Das Problem droht beim Ertrinken im Salzwasser, das nachher weiteres Wasser in die Lungen zieht und so Lungenödem verursachen. Nach jedem Ertrinken ist daher eine ärztliche Untersuchung angebracht.


Beim Ertrinken ist es wichtig auf Sicherheit des Retters zu achtenBeim Ertrinken ist es wichtig auf Sicherheit des Retters zu achten 

Weitere Unfälle und Verletzungen

Augenverletzungen, Fremdkörper im Auge

Auf einem Boot kann es zu einem Fremdkörper im Auge (Span, Splitter...), zu Verätzung oder zu einer mechanischen Verletzung leicht kommen.

 

  • Erste Hilfe

Fremdkörper können Sie aus dem Auge mithilfe eines Taschentuchs zu entfernen versuchen. Falls es nicht möglich ist, probieren Sie es nicht um jeden Preis. Es droht nämlich, dass Sie den Körper noch tiefer ins Auge drücken oder die Hornhaut beschädigen. Hilfreich kann auch die Ausspülung des Auges mit Borwasser oder Verwendung antibiotischer Creme und Abdecken des Auges für die Nacht mit einem weichen Verband.

 

Bei einer Verätzung spülen Sie das Auge unter fließendem Wasser 20 Minuten lang aus und so, dass das Wasser möglichst kleine Fläche berührt, damit weitere Augenteile nicht kontaminiert werden. Im Falle einer ernsthafteren Verletzung ist es immer nötig, dass das Auge ein Arzt untersucht.

 

  • Vorbeugung

Bei Reparaturen auf dem Boot oder beim Umgang mit Leuchtraketen seien Sie vorsichtig. Ihre Augen können Sie mithilfe einer Brille mit klaren Gläsern schützen.


Bei einer Augenverletzung kann eine Ausspülung helfenBei einer Augenverletzung kann eine Ausspülung helfen 

Verbrennungen

Fürs Beurteilen, wie ernst die Verbrennungen sind und welche Behandlung sie erfordern, sind ihre Tiefe und ihr Ausmaß maßgebend.

 

  • Symptome

Nach der Tiefe und dem Ausmaß der Verbrennungen unterscheiden wir drei Grade, drei Stadien:

  1. Grad: Rötung, Schmerz
  2. Grad: Blasen
  3. Grad: Beschädigung tieferen Strukturen bis zu Verkohlung

Die Verbrennungen weisen Tendenzen auf sich noch zu vertiefen. Ihre definitive Form gewinnen sie ungefähr am dritten Tag.

 

Wie ernsthaft die Verbrennungen sind, sagt auch ihr Ausmaß aus. Lebensbedrohlich sind diejenigen, die ca. 10-15 % des Körpers beim Erwachsenen und 3-5 % beim Kind einnehmen. Sie können es sich besser vorstellen, wenn Sie sich der Tatsache bewusst sind, dass 1 % der Handfläche (mit Fingern) entspricht und der ganze Arm ungefähr 9 % der Körperoberfläche einnimmt.

 

  • Erste Hilfe bei Verbrennungen

Eine Verbrennung selbst hat immer noch sehr hohe Temperatur, daher ist es ratsam sie sofort zu kühlen. So verhindern wir, dass sie sich durch Restwärme noch tiefer verbreitet.  

 

Verbrennungen leichteres Grades können wir mit Panthenol behandeln, die tieferen sind besser zu desinfizieren und steril abzudecken. Auch Analgetika (Schmerzpillen) kann man verabreichen. Die Blasen schneiden wir nicht durch. Falls Kleider auf der Wunde haften, versuchen wir diese nicht mit Gewalt zu entfernen.


Leichtere Verbrennungen kühlen wir und behandeln sie mit PanthenolLeichtere Verbrennungen kühlen wir und behandeln sie mit Panthenol 

Wie man Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführt? 

Bei ernsthaften Fällen muss man die HLW anwenden. Führen Sie sie immer durch, wenn der Verletzte überhaupt nicht oder nicht normal atmet (z. B. nach Atem ringt, röchelt, unregelmäßig atmet).

 

Wie kann man Atemtätigkeit prüfen? Den Verletzten legen wir auf den Rücken und überstrecken wir sein Kopf. Am besten drückt man auf die Stirn und „zieht“ das Kinn. Dadurch ist auch die Freistellung von Atemwegen gesichert. Nie sollte der Kopf unterlegt werden. Auf solche Weise stellen wir am besten fest, ob der Verletzte normal atmet, oder nicht – und ob eine Wiederbelegung angebracht ist. Falls die Atmung nicht normal verläuft, beginnen Sie mit der Laienreanimation:

  • Die richtige Stelle für eine Herzmassage ist in der Mitte des Brustkorbs (zwischen den Brustwarzen, auf der niederen Hälfte des Brustbeins; der Brustkorb ist zu enthüllen, damit die richtige Stelle besser zu identifizieren ist).
  • Die Tiefe des Eindrückens bei einem Erwachsenen sollte im Idealfall ungefähr 5 Zentimeter, aber nicht mehr als 6 Zentimeter betragen.
  • Die Herzdruckmassage verläuft in einem Rhythmus von 100-120 Kompressionen pro Minute. Falls Sie nicht sicher sind, führen Sie ungefähr zwei Kompressionen in einer Sekunde.
  • Hören Sie nicht auf. Falls solche Möglichkeit besteht, wechseln Sie sich mit anderen, die Herzdruckmassage ist sehr erschöpfend.


Der richtige Druckpunkt befindet sich in der Mitte des BrustkorbsDer richtige Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbs 


Ein erfahrener und geschulter Retter kann nach 30 Kompressionen 2 Beatmungen (bei Kindern nach 15 Kompressionen) durchführen. Falls Sie aber keine Erfahrungen haben, konzentrieren Sie sich auf die Herzdruckmassage und die Beatmung lassen Sie aus.

 

Die Herzdruckmassage kann das Leben retten und jeder kann sie schaffen. Auf der anderen Seite fühlt man sich besser, wenn man sie vorher bei einem Kurz oder einer praktischen Vorlesung einübt.

Grundregeln der Ersten Hilfe nicht nur auf dem Boot 

Die Sicherheit der Retter und den anderen ist immer an erster Stelle. Zuerst müssen die Risiken für den Retter und für die Sicherheit auf dem Boot beurteilt werden. Bei einer Erste-Hilfe-Leistung nutzen uns auch ein paar Grundsätze:

 

  • Wichtig ist nicht in Panik zu geraten, sich selbst und die anderen zu beruhigen. Nur in Ruhe können wir dem Verletzen wirklich helfen.
  • Zuerst müssen Sie an die Sicherheit des Bootes denken – jemand muss sich um das Boot und seine Umgebung kümmern, beauftragen Sie jemanden damit. Erst dann können Sie sich mit dem Verletzten beschäftigen.
  • Beruhigen Sie den Verunglückten und gestatten Sie nicht, dass er dem Stress unterliegt.
  • Wählen Sie immer einfache und effektive Lösungen.
  • Immer haben Sie einen gut ausgestatteten Erste-Hilfe-Kasten parat. Jedes Mitglied der Schiffsbesatzung sollte auch wissen, wo er sich befindet.
  • Absolvieren Sie auch einen Erste-Hilfe-Kurs. Vom Vorteil sind die Erlebniskurse, Erste-Hilfe wird dann zu einem Kinderspiel.
  • Im Falle eines ernsthaften Ereignisses zögern Sie nicht eine definitive Entscheidung zu treffen. Das heißt auch den Törn zu unterbrechen oder Hilfe rufen. Dabei immer gilt: Besser zu früh, als zu spät.

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Filip K

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Senior Sales Consultant