Ich war sechs Jahre lang Kapitän bei der Yacht Week in Kroatien

Daniel Senekl war sechs Jahre lang Kapitän der wildesten und berühmtesten Party Flotte der Welt. Wie ist The Yacht Week hinter den Kulissen? Welche Art von Menschen dort hingehen und welche Kapitäne dort beschäftigt sind? Und ist es wirklich Sodom und Gomorra auf dem Meer?

The Yacht Week ist definitiv das bekannteste und wildeste Floating-Party-Festival der Welt. Nirgendwo sonst werden Sie eine Flotte von 270 Booten sehen, die zusammen segeln und Menschen, die Spaß miteinander haben und tanzen bis zum Morgengrauen. Hier geht es eigentlich nicht so viel um das Segeln, sonder um mit anderen Partyfreaks aus aller Welt eine unvergessliche Zeit auf hoher See zu erleben. Auf geht's, ab geht's, 7 Tage wach zu sein. Ein Kapitän auf dieser Flotte zu sein, war und ist sehr anstrengend.

 

Wir haben daher den Kapitän Daniel Senek ausführlich ausgefragt, der jedes Jahr 12 Wochen lang auf der Yachtweek segelte. Er hatte die volle Verantwortung für seine ausgelassene Crew, an sieben Tagen in der Woche, Tag und Nacht, auf dem Boot und auf dem Festland. Und das unglaubliche 6 Jahre. Wie er selbst sagt: "Wenn ich es zusammenzähle, habe ich mindestens ein Jahr meines Lebens auf der Yacht Week verbracht. Und ich lebe! Mal sehen, welche Folgen das Ganze haben wird :) " 

Was ist The Yacht Week?

Floating Festival oder ein großes Party - und Musikfestival auf Booten. Während des Tages wird gesegelt, man entspannt sich mit Freunden und die Inseln werden erkundet. Abends findet eine endlose Party statt. So eine Mega-Party findet jedes Jahr von Juni bis September an mehreren Orten statt - in Kroatien, Italien, Griechenland und den Britischen Jungferninseln. Floating Partys werden immer beliebter, das Matt Sailors Festival ist auch bekannt, BucketLust ist neuer.


Tunnel raft auf The Yacht WeekTunnel raft auf The Yacht Week 

Daniel, wie bist dazu gekommen als Kapitän auf der Yachtweek zu segeln?

Vor sieben Jahren, im Jahr 2011, arbeitete ich bei meinem Stiefvater als Divemaster auf der Insel Solta und lernte die Menschen zu tauchen. Jeden Donnerstag kam dort eine Flotte von Booten mit Flaggen an, die Yachtweek, von der ich damals nichts wusste, aber es schien alles sehr interessant zu sein. Viele Boote, viele Leute, viele ausländische Flaggen. Und am Abend hatten sie immer eine gemeinsame Party in der Bar. Ich bin dort mal vorbeigeschaut und habe mit einem der Manager gesprochen. Er sagte mir, dass sie nächstes Jahr definitiv nach neuen Leuten suchen werden, also fragte ich ihn einfach nach der Stelle des Kapitäns.

Und zu dieser Zeit waren Sie ein erfahrener Segler?

Zu dieser Zeit hatte ich meine Bootspapiere, aber nur einen kroatischen Grundkurs. Die Bedingung der Yacht Week war, dass ich mir höhere, professionelle Berechtigungsstufe nachmache und nachreiche.

 

Ich verbrachte den Winter in Kanada in den Bergen und zog im Frühjahr nach Kroatien. Dort habe ich angefangen, eine RYA-Lizenz zu machen. Die praktische Prüfung habe ich in Kroatien absolviert und die Theorie in England. Die Yacht Week nimmt dann immer die neuen Skipper zur eine wöchentlichen Akademie - ein Training, das jeder, ohne wenn und aber, mitmachen muss.  

Wie betrachten Sie die Yacht Week als Segler? Ist es überhaupt noch Yachting?

Die Segler erscheinen hier nicht so. The Yacht Week ist vor allem für junge Leute gedacht, die Spaß haben wollen, etwas Unübliches erleben und vielleicht auch Kroatien erkunden möchten. Ich hatte einmal die Crew, von Ausbildern von Yachting, da habe ich es richtig genossen.

Und wie begann eigentlich The Yacht Week?

Das Festival entstand im Jahr 2004, wobei es sich nur um ein Boot handelte, das hauptsächlich für Freunde gedacht war. Der größte Boom begann im Jahr 2012. Davor war es wirklich nur der Spaß von Studenten, den Gründern, bevor sie aus diesem ein großes Festival veranstalteten.

Wie viele Boote segeln normalerweise zusammen in einer Flotte?

Je nach Saison gibt es zu Beginn und Ende der Saison 25 Boote. Die Yacht Week beginnt im Juni und endet im September. Insgesamt gibt es 14 Touren. In der Mitte der Saison, vor allem beim Ultra Music Festival, einem riesigen internationalen Festival in Split, wo DJs aus der ganzen Welt kommen, haben wir bis zu 270 Boote in der Flotte. Wir unterteilen sie in drei Routen (schwarz, rot und ultra), die Routen sind gleich, aber zeitlich anders angepasst, so dass wir alle reinpassen und wir es vor allem einfacher haben. Die Yachten werden auf 14 Wochen verteilt.  Gemeinsam segeln sie sieben Tage lang von einer Insel zur nächsten und machen die Nacht zum Tage, in der sie gemeinsam feiern.

Viele Skipper sind nach zwei Wochen völlig erschöpft

Wie schwierig ist die Organisation und Vereinbarung zwischen den Kapitänen mit einer so großen Anzahl von Booten?

Das Ganze ist sehr gut organisiert. Wir haben jeden Morgen ein Meeting, ein Sicherheitstreffen, eine bis eineinhalb Stunden, insbesondere für Neuankömmlinge. Das Prinzip ist immer dasselbe - wir sprechen darüber, wann wir losfahren und besprechen organisatorische Dinge. Hauptsächlich geht es, aber um die Sicherheit.

 

Die Segelroute ist immer die dieselbe und ist immer im Voraus festgelegt. Wir sind alle in einer Facebook-Gruppe, also können wir wann immer wir brauchen, eine Nachricht weiterleiten. Wenn etwas passiert, regeln wir es hauptsächlich dort. Selbstverständlich haben wir auch Funkgeräte, die sind aber praktischer beim Ankern und bei der Abfahrt. Und die anderen Dinge laufen über Facebook und Messenger.

Jeden werden wahrscheinlich die Fotos interessieren, wo die Boote in verschiedenen Formationen ankern.

Ja, es ist hauptsächlich ein circle raft! Die Leute lieben es wirklich und es ist ein großer Erfolg. Alle Boote reihen sich in einem Kreis auf, mit dem Anker voneinander und mit den Seilen binden sie sich zusammen. In der Mitte bildet sich ein großer Kreis. Es wird zweimal pro Woche für ungefähr 4 Stunden durchgeführt und es ist eine freie Unterhaltung für die Leute. In die Mitte wird meistens ein kleines Boot mit den Lautsprechern und dem DJ verankert, der verschiedene Art von Musik auflegt und die Party kann fernab aller Touristen auf dem offenen Meer losgehen. Hier wird 24/7 nur gechillt und gefeiert!


Circle raft beim Festival The Yacht WeekCircle raft beim Festival The Yacht Week 

Diese Formation wird irgendwie zusammen trainiert?

Ja, an der Akademie wird alles geübt. Wir besprechen das auch beim Sicherheitsmeeting. Vor allem für Kapitäne, Neuankömmlinge ist die Besprechung sehr wichtig. Sie müssen lernen, auch ohne Bootsstrahlruder zu manövrieren. Es funktioniert so, dass das Boot in einem Winkel von 45 Grad ankommen muss, der Anker wird etwa 30 bis 40 Meter vom Kreis geworfen und dann wird der Anker ausgeglichen. Alle Anker müssen eine Achse, einen Schnabel ergeben.

 

Es ist auch eine andere Formation beliebt -  sog. tunnel raft. Die Hälfte der Boote reihen sich nebeneinander und die andere Hälfte der Boote bildet eine Reihe gegenüber, sie stehen mit dem Heck zueinander. Im Inneren bildet sich ein Tunnel.

 

Und so ankern wir die ganze Nacht. Und das ist das Verrückteste an der Yacht Week. In dieser Zeit gibt es die meisten Verletzungen, weil es keine "Überwachung" oder Sicherheit gibt. Jeder Mensch sollte natürlich für sich selbst verantwortlich sein. Aber für den Kapitän ist es körperlich, sowie geistig sehr anstrengend. Er hat die volle Verantwortung für die Crew. Viele Skipper sind nach zwei, drei Wochen völlig erschöpft, die Kräfte schwinden schnell.

Welche Leute segeln am meisten mit und kommen wieder zurück?

Junge Menschen zwischen 18 bis maximal 35 Jahren, vor allem junge Menschen, die recht reich sind und eine außergewöhnliche Party mit besonderem Flair erleben möchten. Die Yachten bei der Yachtweek kosten in der Regel bis zum Dreifachen des Charterbootes. Die jungen Menschen, die hier kommen, sind meistens Single, kommen mit ein paar Freunden ans Bord. Die meisten, die oft dabei sind, sind Amerikaner und vor allem Australier. The Yacht Week ist in USA bei den Jugendlichen sehr beliebt. Sie reisen etwa drei Monate um die Welt herum und auf die Yacht Week kommen sie einfach um ausgelassene Party zu feiern und Spaß zu haben.

 

Die Leute kehren auf die Yacht Week nicht zurück. Es ist eine Erfahrung, ein Erlebnis für sie, aber sie müssen nicht zweimal dabei sein. Wir haben 99 % positive Bewertungen. Es ist wahr, dass sie sich nicht viel an die Zeit erinnern können :) Es ist nonstop Spaß und Party!


Eine Endlose Party auf The Yacht WeekEine Endlose Party auf The Yacht Week 

Was passiert tagsüber auf dem Boot? Wie unterhalten sie sich und was machen sie? 

Jeden Tag wird etwa 4 Stunden lang gesegelt oder besser gesagt wird die Fahrt eher der Motor übernehmen. Die Segelroute ist immer die gleiche. Die Fahrt beginnt von Split zur Insel Hvar, wo wir 2 Tage verbringen. Dann geht es weiter auf die Insel Vis, wo wir auch 2 Tage ankern. Einen Abend verbringen wir in einer natürlichen Bucht und dann kehren wir wieder zurück.

 

Für diejenigen, die etwas anderes als eine Party erleben möchten, sind die Inseln Hvar und Vis eine interessante Wahl. Dort können die Leute den Roller, Quads und Autos mieten, um die Insel zu erkunden. Die Insel Vis ist mit Abstand die beliebteste der Inseln.

Die meisten Leute kommen hier zum Tanzen, Pop und Deep House zu hören. Haben sie irgendwelche spezielle Kleidung, Masken für die Partys? 

Sicher, sie haben Anzüge wie Pikachu und diese Techno-Party-Masken. Kroaten mögen es natürlich nicht, deshalb haben sie diese nur eine Nacht in einem Club erlaubt, wo sie sich bemalen und Masken tragen können.

 

Ansonsten müssen sie ein Hemd tragen, aber das muss ich immer wieder ansprechen und beaufsichtigen. Ich sage es ihnen die ganze Zeit - sie sollen normal aussehen und nicht wie verrückte. Sie werden im Restaurant ansonsten nicht bedient. Auf der Insel Hvar bekommst du eine Geldstrafe von 500 Euro, wenn du ohne T-Shirt läufst oder irgendwo angetrunken einschläfst. Das kostet 1000 Euro und noch wirst du verhaftet. Aber das passiert auch mal. Auf der Yacht Week landet fast immer jemand jede Woche in einer Zelle. Es war schon mal in der Zeitung - wie Leute nackt auf Hvar herum rannten und von der Polizei gejagt wurden.

Die Beziehungen sind eher lockere und ungebunden ....

Selbstverständlich, immer und ständig. Alle sind eine große Familie. Ich habe dort noch nie eine Rauferei, Schlägerei erlebt. Alle haben Spaß miteinander, sie sind freundlich, nett ... Es funktioniert einfach. Das ist, was ich an diesem "Zusammenleben" sehr mag, Freunde findet man hier in sehr kürzerer Zeit. Jeder ist auf demselben Boot, obwohl jeder ein anderes hat. Niemand leidet an einer U-Boot-Krankheit. Die jungen Leute nehmen das nicht so, sie nehmen dann einfach eine Flasche und feiern los. 

Sex, Drogen und Yacht week?

Viele Menschen verbinden Yacht Week und Sex, wilde Geschichten tauchen im Internet auf, sind sie wahr?

Ich hatte einmal die gesamte Crew, die sich bei Tinder, einer Mobile-Dating-App kennengelernt haben. So einfach ist es. Ansonsten hat die Yacht Week ein etabliertes Geschlechterverhältnis, sog. gender ratio. Das bedeutet, dass Sie eine gemischte Crew haben müssen, halb und halb - 6 Jungen und 6 Mädchen. Dies läuft meistens so, dass die Jungen ein Boot buchen und dann einige Mädchen einladen, um die Bedingungen zu erfüllen.

Erscheinen auf der Yacht Week auch Drogen?

Ich habe mich nur ausnahmsweise mit Drogen getroffen. Natürlich hat der Kapitän für das Boot eine große Verantwortung und wenn etwas von den Drogen auf dem Boot gefunden wird, ist es ein großes Problem und die Verantwortung des Kapitäns. Natürlich werden wir zu Beginn der Segelroute alle Teilnehmer belehren, dazu muss eine Erklärung von Crew unterschreiben werden. Es erfolgt eine "Sicherheitseinweisung". Selbstverständlich kann die Polizei das Boot nach dem Zufallsprinzip jederzeit anhalten und nach Drogen durchsuchen und die Crew wahllos testen.

Und passiert sowas?

Die Polizei sieht keine Kompromisse, wenn es um Drogen geht. Aber auf der Yacht Week haben wir keine großen Probleme. Ich denke, es ist so, weil wir arbeiten und kommunizieren gut miteinander. Solange nichts passiert, gibt es kein Problem. 

Wenn sich eine Pizza mit einem Einhorn trifft

Organisieren Sie auch irgendwelche Unterhaltung für die Crew?

Wir versuchen immer, ein Programm zu erstellen, wenn sie wollen. Ich erkenne gleich am ersten Tag, ob die Crew auch etwas anderes erleben möchte oder einfach sie nur trinken und Party machen wollen. Wenn sie interessiert sind, fahre ich gerne mit ihnen auch zu anderen Reiseorten. Ich nehme sie zu einem besonderen Abendessen und zeige ihnen die Insel.

Für die Yacht Week sind typisch auch die aufblasbaren Luftmatratzen und Schwimmtiere (floaties), Schlauchboote.

Sie haben alle mindestens 2-3 aufblasbare Schwimm-Floaties, wie Pizza, Melonen am Boot. Sehr beliebt sind die Einhörner. Ich habe wahrscheinlich schon alles gesehen, einschließlich aufblasbaren Puppen. Und auf diesen haben sie dann Spaß und machen Blödsinn. Sie bringen das Ganze auf das Boot mit und hängen es auf das Boot, wie an einem Weihnachtsbaum.

 

Aber ich mag es nicht sehr, das nimmt sehr viel Platz auf dem Bord. In der Nacht wird manchmal von denen die Luft ausgeblasen. Die jungen Leute denken sich alles Mögliches aus. Sie bringen auch die Lichter für den Weihnachtsbaum mit und schmücken damit das ganze Boot.


Floaties, Unterhaltung und Tunnel raft auf The Yacht WeekFloaties, Unterhaltung und Tunnel raft auf The Yacht Week 

Wird die Unterhaltung auch mit einem Sport verbunden?

Die Menschen sind am Tauchen interessiert, aber wir empfehlen es ihnen nicht, da es sehr gefährlich in Verbindung mit Alkohol und Müdigkeit ist. Beliebt ist aber Flyboard, es ist ein beliebter Wassersportgerät, das dem darauf stehenden Benutzer gefesselte Schwebeflüge über dem Wasser ermöglicht. Es kann jeden Tag ausgeliehen werden, es ist ein Teil unserer Dienstleistungen. Dazu wird zweimal pro Woche Yoga organisiert. 


Yogastunden auf The Yacht WeekYogastunden auf The Yacht Week 

Gibt es auf der Yacht Week auch irgendwelche interne Spiele und Unterhaltung, mit denen ihr Kapitäne Spaß habt? 

Es gibt ein gutes Spiel an Bord. Wir spielen es mit den Kapitänen und manchmal schließt sich die Crew an. Es ist so ein Getränk, Smirnoff Ice, eine leicht alkoholische Limonade. Und wenn jemand es dem Skipper versteckt und er dann dieses Getränk irgendwo entdeckt, muss er dann hinknien und alles auf einmal (ex) trinken.

 

Es ist überall versteckt, man erwartet es nicht. Sie ziehen einen Anker heraus und sehen das Getränk am Seil hängen. Oder du ziehst das Segel und das Getränk ist dort festgebunden. Also muss du wieder das Segel herunterlassen, auf die Knie knien und trinken. Dieses Getränk hat ein bisschen %, also wird es dich nicht umbringen. Es ist ein gutes Spiel :) 

Ich muss die Crew die ganze Woche wie Kinder beaufsichtigen

Und was ist die größte Herausforderung für dich während der Kreuzfahrt? Mit was hast du als Kapitän am meisten zu kämpfen gehabt?

Die größte Herausforderung ist, sicherzustellen, dass niemandem etwas passiert, dass jeder gut belehrt ist und wusste, was sie zu tun haben. Es ist schwer, denn die meisten von ihnen kommen bereits im Yachthafen völlig betrunken an. Manchmal kommen sie in einen Einkaufswagen mit einer Flasche von hartem Alkohol an. Man sieht und erlebt hier alles Mögliches.

  

Dann ist es natürlich schwierig, mit ihnen einige wichtige Sachen zu besprechen. Ich muss sie die ganze Woche wie Kinder aufpassen. Es ist wirklich verrückt, aber dies sind die größten Erlebnisse. Sie laufen irgendwo herum und treffen dann nicht mehr auf das Boot wieder. Wenn ich verstanden habe, dass ich so jemanden in der Crew habe, schreibe ich ihn meine Telefonnummer auf seine Hand. Dies funktioniert, wenn derjenige sein Handy nicht verliert.

Während der Yachtwoche gehen viele Dinge verloren?

Ja, das ist normal. Auf meinem Boot fällt jemanden jede Woche das Handy ins Wasser oder lässt es in der Bar liegen. Sie sind fähig alles zu verlieren. Ich sagte mal zu Mädchen, dass sie ihre Pässe nicht bei sich tragen sollen, und sie verloren sie in der ersten Nacht.

 

Die Taucher haben nach der Yacht Week pré. Man kann alles Mögliches unter den Booten finden - die neuesten Handys, Flaschen Champagner Moet, Geld, usw...

Wie viele Touren kann ein Mensch als Kapitän ertragen, ohne gesundheitliche Schäden davon zu tragen?

Das erste Jahr war ich sehr überwältigt und begeistert. Ich wollte alle 14 Wochen dabei sein, mit einer Woche Pause. Ich war die ersten zwei Wochen total glücklich, ich habe mich auch mit der Crew unterhalten und Spaß gehabt, aber ich fand schnell heraus, dass es nicht so funktioniert, ich war sehr müde.

 

Aber man gewöhnt sich daran, wenn man sich vernünftig verhält. Es ist zwar schwierig und anstrengend, aber man kann ohne Probleme einem Monat völlig durchziehen und dabei sein.  Dann, ist aber eine Woche Urlaub, recht angenehm. Sie schließen sich in ihrem Apartment und wollen keinen Menschen sehen, keine Party und kein Alkohol.

Bist du auf dem Boot für die Steuerung allein verantwortlich oder hast du jemanden zur Seite?

Die junge Menschen mit ehe größeren Yachten buchen sich eine Bootswirtin. Das ist ein großes Plus für mich und eine große Hilfe. Diese kümmert sich um das Essen, Reinigung und hilft mir beim Ankern und die Seile zu binden. Ansonsten bin ich ganz allein für alles zuständig. Meistens helfen wir uns alle gegenseitig.

 

Die Jungs, Kapitäne, die bereits mit ihren Booten am Anker liegen, helfen das Seil zu fangen, oder springen gleich ins Schlauchboot (Dinghy) um anderen zu helfen. Besonders, die erfahrenen. Die Yacht Week wird das Ankern anlernen. Es wird mehrmals am Tag durchgeführt, daher geht die Praxis und Erfahrung sehr schnell voran. Ich selbst brachte mir so viele Dinge bei.

Wie sind die Kapitäne auf der Yacht Week, verbindet sie etwas zusammen?

Es ist sehr multikulturell. Dort gibt es viele Amerikaner und Australier. Gute Segler sind aus England, Schweden und Norwegen. Sie haben es im Blut und wuchsen oft auf einem Boot auf, unter harten Bedingungen.

Kennen sich die Kapitäne alle untereinander?

Ich schon. Ich habe dort auch den Lead Skipper gemacht. Es gibt dort immer noch genug Jungs, die dort so lange beschäftigt sind, wie ich.

Der Abfall auf der Yacht Week ist kein Problem, die Verletzungen aber schon.

Viele Boote zusammen, auf denen die Leute Spaß haben, produzieren viel Abfall. Wie wird auf der Yacht Week der Abfall gelöst?

Zuvor war die Situation schlimmer, aber die Gesellschaft beschäftigt sich wirklich mit diesem wichtigen Problem, sodass kein Abfall nicht ins Meer fällt und dass von uns nirgendwo nichts liegen bleibt. Wir sprechen viel darüber. Ich belehre die Crew ständig auf dem Boot und versuche sie unter Kontrolle zu halten. Wir sammeln auch Müll aus dem Meer, wenn wir irgendwelchen sehen. Für das, was uns ins Wasser fällt, drehen wir natürlich das Boot um, um das Müll aufzusammeln.

 

Natürlich ich selbst und auch die gesamte Yacht Week versuchen dieses Problem zu beheben. In den letzten Jahren haben wir alle Plastikbecher und Geschirr eingeschränkt, wenn wir sie brauchen, dann tauschen wir sie gegen Papier ein, falls sie versehentlich ins Meer fallen. In Kroatien sortieren die Leute im Yachthafen den Abfall, dort geben wir diesen ab. Vor zwei Jahren, nach einem gemeinsamen Treffen in Palmiña, hatten wir ein tolles Projekt, wo die Skipper gemeinsam den Abfall sammelten.  

Wie ist es mit Hygiene und Verschmutzung?

Alle Boote haben einen holding tank. Alle wurden belehrt, wie sie es benutzen sollen. Dieser wird wirklich sorgfältig kontrolliert, dass in den Yachthäfen und an der Küste immer geschlossen bleibt.


Tunnel raft auf The Yacht WeekTunnel raft auf The Yacht Week 

Hast du auch über die Unfälle gesprochen, wie oft passieren sie auf der Yacht Week?

Jedes Jahr kommt es mehrmals im Monat zu schweren Verletzungen. Im normalen Fall rutscht jemand betrunken auf dem Bord aus, zerbricht seinen Kopf und zerschmettert den Schädel. Ich musste einmal ein Mädchen aus dem Wasser ziehen, das betrunken über einer Pasarela gelaufen ist, rutschte aus, schlug mit dem Kopf auf den Ponton und fiel bewusstlos ins Wasser. Beim Herausziehen, kugelte ich ihren Schulter ohne Absicht aus. Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen.

 

Das Schlimmste, was ich vor 4 Jahren erlebt habe, war einen Herzinfarkt eines Skippers, der leider nicht überlebte. Wir haben von den Ärzten erfahren, dass er einen Herzfehler hatte, also war es unvermeidlich. Seitdem gibt es ein Denkmal in einer Bucht und die Yacht Week organisiert jährlich eine Regatta, die nach ihm benannt wurde - Rosenberg Cup. Die Gesellschaft hat immer noch Kontakt zu seiner Familie. Seitdem verbesserte sich auch die Ausrüstung. Wir haben einen Defibrillator zur Hand und eine kompetente Person, einen Arzt oder Krankenschwester, die immer in der Nähe ist.

Die Flotte hat also immer eine Begleitung?

Ja, ein schnelles Boot im Falle eines Unfalls oder Problems. 

Die Leute wundern sich, dass das Wasser salzig ist...

Wie regelt man auf dem Boot, wenn sich das Wetter verschlechtert? Die Menschen sind es nicht gewohnt und sind vielleicht zum ersten Mal auf dem Boot.

Wir müssen das irgendwie hinkriegen. Ein Kapitän muss sich zu helfen wissen. Ich bin im Dienst 24 Stunden, 7 Tage in der Woche auf dem Boot und auf dem Festland. Ich bin ständig für das Boot und für die Besatzung verantwortlich. Ich muss das Wetter und eine detaillierte Prognose kennen. Mit anderen Skipper besprechen wir das auch miteinander.  

 

Wenn es schlechtes Wetter in der Nacht kommen soll, sind wir immer bereit, mit dem angemachten Motor, den Anker zu heben und außerhalb der Bucht und Felsen in die Sicherheit zu fahren. Aber es passiert ausnahmsweise. Ich mag eher schwierige Bedingungen und genieße das windige Wetter. Einige Leute, jedoch nicht so. Sie erbrechen auch bei kleinen Wellen.

Du hast bestimmt viele lustige Erlebnisse gesammelt. Beschweren sich die Leute über etwas?

Genug Leute beschweren sich. Sie waren nie auf einem Boot. Wenn sie 17.000 Euro zahlen, dann erwarten sie eine luxuriöse Yacht, die sie von den Bildern kennen, mit einer Crew und luxuriösen Einrichtung.

 

 

Einmal habe ich dort einige Mädchen getroffen, die schrecklich aufgebracht und verärgert waren, also wollte ich es mit ihnen regeln. Ich fragte, was das Problem sei - ob mit dem Kapitän oder mit jemand auf dem Boot. Es stellte sich heraus, dass sie, bevor sie auf das Boot gingen, ein Video auf youtube angeschaut haben, wo Aufnahmen der Britischen Jungferninseln, von Italien, Kroatien und Griechenland gezeigt wurden. Daher erwarteten sie, dass sie alles, alle Reiseziele, in einer Woche sehen werden.

 

Oder einmal kam eine Crew nach Split angeflogen und wir alle ihren Boot nicht finden konnten. Wir haben lange gesucht, wo der Fehler passierte und suchten nach einer Lösung. Dann fanden wir heraus, dass die Crew ein reserviertes Boot in Griechenland hatte. Sie dachten, es sei gleich nebenan.

 

Die meisten Leute beschweren sich, über die große Hitze oder Kälte. Es ist viel sonnig oder windig oder das Wasser zu salzig ist. Ich konnte es denen überhaupt nicht erklären, sie fragten mich, warum das Wasser so salzig sei. Und ich weiß es ehrlich nicht, was ich noch dazu sagen soll aber auch daran, wird sich der Skipper gewöhnen müssen. Wahrscheinlich auf alles. 

Ich möchte die Yacht Week nur noch als Gast erleben

Bekommst du es jemals noch hin, allein mit deiner Crew auf die Yacht zu gehen?

Ich habe in diesem Jahr eine ähnliche Segeltour gemacht, eine Woche mit meinen Freunden. Wir fuhren die Yacht Week Route, sie wollten sie sehen.

Möchtest du jemals auf die Yacht Week zurückkehren?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen, es wäre eine tolle Erfahrung. Aber ich möchte es gerne als Gast erleben. Ich war dort noch nie im Urlaub, einfach so mit paar Freunde. Wir würden uns ein Boot mieten, natürlich mit einem Skipper... Aber ich denke ich wäre ein nette Gast! Ich würde mich auch nicht beschweren. 

Yachterlebnisse und Erfahrungen

Wie bist du zum Yachting gekommen, was hat dich zu diesem gebracht?

Dank meines Stiefvaters bin ich zum Yachting gekommen. Er ist ein Yachting - und Tauchausbilder. Mit sieben Jahren hatte er mich zum ersten Mal auf das Boot genommen. Es war ein einfaches Boot, namens Alwin. Wir haben 14 Tage dort verbracht und es war eine abenteuerliche Erfahrung. Es war großartig.

 

Dann begann er in Kroatien zu arbeiten, ich bin dort immer hingefahren und verbrachte dort einige Zeit, auch auf dem Boot. Er hatte schon damals damit begonnen, die Captain's Regatta zu veranstalten, dieses Jahr kommt die 18. Auflage der Regatta. Er organisiert immer noch 3-4 Regatten pro Jahr. Gerade er hat mich zu diesem allem gebracht und alles mir beigebracht. Jetzt segelte er nach Lipari, Elba und Korsika.

Was ist das schönste und das schlechteste Ereignis, das du jemals auf der Yacht erlebt hast?

Den schlechtesten Ereignis weiss ich noch genau ... aber das Schönste? Ja, das ist wahrscheinlich gleichzeitig auch das Schönste. Nach dem ersten Jahr auf der Yacht Week erhielt ich das Angebot, ein Schiff aus dem Norden Frankreichs von Les Sables zu den Kanarischen Inseln zu transportieren. Wir waren dort drei Skipper. Nach drei Tagen Kreuzfahrt ergriff uns ein großer Sturm. Ein Wirbelsturm. Der Wind betrug beim Aufprall 50 Knoten. In dem Moment hatten wir wirklich Angst. Es war ein neues Schiff, daher wussten wir nicht, was wir von diesem erwarten sollen. Zum Glück hielt das Schiff jedoch zusammen und hat den Sturm überlebt.

 

Wir saßen die schlimmsten 20 Stunden nebeneinander, die Fackeln und das Rettungsboot haben wir bereitgestellt. Jede Sekunde waren wir bereit, das Schiff zu verlassen, falls etwas passiert wäre. Die Wellen waren wie ein Hochhaus, unglaublich groß, bis zu sechs Meter.

War es überhaupt noch möglich zu dieser Zeit das Schiff zu steuern?

Ja, das war möglich. Mit kleinen Segeln, dazu hatten wir den Anker geworfen. Dann haben wir gebetet. Es war wahrscheinlich so alles, was wir zu dieser Zeit tun konnten. Wir haben über die Strategie nachgedacht, was wir tun, wenn etwas passieren sollte. Zum Glück ist nichts passiert, das Schiff und die Segel haben den Sturm überstanden.

 

Und das war dann das schönste Erlebnis. Als wir das Festland gesehen haben, waren wir überglücklich. Es war eine große Erfahrung. Das Meer beruhigte sich und die Erleichterung kam nach dem gewaltigen, dreitägigen und anstrengenden Kampf.

 

Und jeden Tag, wenn ich den Sonnenuntergang auf einem Segelboot erlebe, ist es ein tolles Erlebnis.


Sonnenuntergang auf dem SegelbootSonnenuntergang auf dem Segelboot 

Habt ihr über diesen Sturm gewusst?

Wir wussten, dass ein starker Wind kommen würde. Aber nach zwei Tagen verstärkte sich der Sturm. Zu dieser Zeit war ich im Grunde ein absoluter Anfänger.

Würdest du jetzt anders handeln?

In dieser Situation würde ich mich eigentlich gleich verhalten, aber eine bessere Ausrüstung werde bestimmt erwünscht. Bessere Sicherheitswesten und Satellitentelefon. Ich ging mit Freude hinein. Bis zum Ende der Saison gab es dann ein wunderschönes Wetter. Die ganze Fahrt hat 10 Tage gedauert. Und das unglaubliche Erlebnis war, dass vor unserem Bug tatsächlich Delphine gesprungen sind. Die ganze Zeit waren wir nie alleine. In Gibraltar, als es warm wurde, gingen wir feiern, dass wir überlebt haben. Jetzt kann ich darüber lachen.

Gibt es etwas, das du dich auf dem Meer auch nach so vielen Jahren fürchtest?

Ich habe ab und zu Träume, dass ich auf dem Boot bin, der Anker lässt sich los und ich lande auf den Felsen oder das Boot sinkt unter. Aber ich bin auf alles vorbereitet und ich weiss was zu tun ist, wenn was wäre. Ich bin dafür ausgebildet.

Hast du einen persönlichen Tipp für uns?

Kleines Schlafkissen. Ohne diesen kann ich nicht einschlafen. Es muss immer dabei sein.

Verwendest du auch irgendwelche Apps?

Ich nehme immer die Karte mit. Es kann passieren, dass die GPS nicht richtig kalibriert ist. Ich verwende jedoch alle verfügbaren Daten. Natürlich Luftfahrtprognose, Windyty und verschiedene professionelle Webs. Es gibt kein Problem mit Daten und Signalen in Kroatien, ich kann jederzeit im Internet schauen.


Daniel Šenekl, 6 Jahre Kapitän auf The Yacht WeekDaniel Šenekl, 6 Jahre Kapitän auf The Yacht Week 

Und was hast du jetzt vor? Bleibst du weiterhin beim Segeln?

Auf jeden Fall ja. Ich erhielt das Angebot von einem Inhaber einer Chartergesellschaft nach Vietnam in die Küstenstadt Nha Trang zu fahren. Ich werde ihn vertreten, im Moment sind wir dabei die Einzelheiten zu besprechen.  Diese Woche fliege ich bereits nach Vietnam ab. Ich werde nach neuen Standorten, Möglichkeiten zum Segeln und Entwicklungsmöglichkeiten für Yachting in Vietnam suchen. Also werden wir noch sehen. Ich freue mich auf ein neues Land, eine andere Kultur. Asien kenn ich kaum.

 

Auf der Yachtweek hatte ich keine professionellen Aufstiegsmöglichkeiten mehr. In den letzten Jahren war ich bereits ein Lead Skiper, der Neulinge leitet, sie unterrichtet, denen die Verankerung erklärt, Probleme löst und eine Gruppe leitet. Und dies ist eine große neue Chance für mich und vor allem eine Herausforderung.

 

Dann wünschen wir viel Glück!

 

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Filip K

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